Wie Digitalisierung den Betriebsalltag erleichtert: Einblicke vom Zelglihof

Auf dem Zelglihof in Wisen SO wird sichtbar, was Digitalisierung im Stallalltag bewirken kann: Digitale Hilfsmittel unterstützen die Betriebsführung, verbessern das Tierwohl und helfen, die Arbeit gezielter zu gestalten. Digitalisierung schafft Freiräume für das, was auf dem Betrieb wirklich zählt. Das neue Video gibt Einblicke in die Praxis.

"Den Betrieb zu führen und nicht vom Betrieb geführt zu werden."

Wie können digitale Hilfsmittel dazu beitragen, den landwirtschaftlichen Betrieb zu unterstützen und gleichzeitig Tierwohl und Effizienz zu steigern? Der Zelglihof in Wisen SO macht es vor. Das Video begleitet Petra und Roland Nussbaumer und ihre 101 Kühe auf ihrem 40 ha grossen Milchwirtschaftsbetrieb.

Die beiden zeigen, anhand einer Kombination aus Sensorik, Automatisierung und zentralem Datenmanagement, welche digitalen Hilfsmittel sie einsetzen und weshalb diese für ihren Betrieb unverzichtbar geworden sind.

Aufgrund der begrenzten personellen Ressourcen – lediglich ein Lernender sowie Petra und Roland Nussbaumer selbst – entschieden sich die Betriebsleitenden früh, digitale Unterstützung einzuführen. Im Zentrum stehen zwei Anwendungen, die im Hofalltag nicht mehr wegzudenken sind: das System «SenseHub» (tierbezogene Datenerfassung) sowie eine automatische Fütterung.

Beide Lösungen tragen dazu bei, Abläufe zu vereinfachen, die Übersicht im Stall zu verbessern und wertvolle Zeit zu gewinnen. Zeit, die anderswo investiert werden kann.

Das Video macht sichtbar, wie diese Instrumente im Alltag funktionieren und welche Veränderungen sie auf dem Hof konkret bewirken: von einer präziseren Fütterung bis hin zu besseren Entscheidungsgrundlagen rund um Tiergesundheit und Fruchtbarkeit.

Unterstützt wird dies durch ein Herdenmanagementprogramm, in dem zentrale Betriebsdaten zusammenlaufen. Die Nussbaumers können damit Informationen zu einzelnen Tieren an einem Ort einsehen und entwickeln zunehmend ein ganzheitliches Bild ihrer Herde. Die Organisation wird strukturierter, Entscheidungen werden fundierter und wiederkehrende administrative Aufgaben lassen sich effizienter bewältigen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie die Nussbaumers diese Werkzeuge im Hofalltag einsetzen und welche Überlegungen dahinterstecken, erhält im Video einen authentischen Einblick direkt aus der Praxis – von Landwirten für Landwirte.

Über den Absender

Das folgende Video wurde im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) und mit Unterstützung externer Partner realisiert. Im Zentrum steht ein unabhängiger Landwirtschaftsbetrieb, der seine eigenen Erfahrungen mit digitalen Hilfsmitteln teilt. Das Video verfolgt keine werbliche Absicht, sondern vermittelt praxisnahe Einblicke aus erster Hand.

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Automatisierung im Schlachthof Oensingen - Wie Tierwohl, Effizienz und Digitalisierung zusammenspielen

Mit dem Neubau des Rinderschlachthofs in Oensingen investiert die Bell Schweiz in eine hochintegrierte Produktionsinfrastruktur. Seit 2025 ist der Schlachthof schrittweise in Betrieb und setzt neue Massstäbe bei Tierwohl, Hygiene und Effizienz. Ergänzt wird der Standort durch weitere Anlagen wie Logistik-, Tiefkühl- und Slicer Center.

Begriff und Ausgangslage

Der Standort Oensingen wurde in den vergangenen Jahren umfassend erneuert und zu einem integrierten Produktions-, Logistik- und Verarbeitungszentrum ausgebaut. Herzstück ist der neue Rinderschlachthof, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 schrittweise in Betrieb genommen wurde und den bestehenden Betrieb ersetzt.

Er verbindet moderne, teilautomatisierte Schlachtprozesse mit digitaler Identifikation und energieeffizienten Gebäudekonzepten. Weiter, werden ab 2026 das Logistik- und das Slicer Center schrittweise hochgefahren und in den Gesamtbetrieb integriert. Bereits seit 2024 ist das neue Tiefkühl-Center am Netz.

Ziel ist es, Produktionsabläufe zu erneuern, die Kapazität zu erhöhen und gleichzeitig Fortschritte bei Tierwohl, Hygiene, Ergonomie, Energieeffizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erzielen. Schon heute beschäftigt der Standort Oensingen rund 650 Personen. Mit dem vollständigen Hochfahren aller Werke soll diese Zahl langfristig auf etwa 1000 ansteigen.

 

Automatisierung entlang der Schlacht- und Verarbeitungskette

Die Schlachtprozesse sind auf einen gleichmässigen, standardisierten Ablauf ausgelegt. Nach der Betäubung werden die Tiere automatisiert an Transportketten aufgehängt, entblutet und gewogen. Die Weiterverarbeitung erfolgt entlang einer rund 130 Meter langen Schlachtlinie, die auf kontinuierlichen Materialfluss, parallele Prozessschritte und ergonomisch optimierte Arbeitsabläufe ausgelegt ist.

Der Einsatz von Robotik ist gezielt vorgesehen, insbesondere bei ergonomisch belastenden oder repetitiven Tätigkeiten. Dabei steht nicht die Vollautomatisierung, sondern die Entlastung der Mitarbeitenden und die Erhöhung der Prozesssicherheit im Vordergrund.

 

Tierwohl, Prozessdesign und digitale Rückverfolgbarkeit

Das Prozessdesign orientiert sich an verhaltensbiologischen Erkenntnissen. Keilförmige Gänge, leichte Kurven und Steigungen, angepasste Beleuchtung, ein rutschfester Boden sowie eine reduzierte Geräuschkulisse tragen dazu bei, dass sich die Tiere ruhig und gleichmässig durch den Schlachthof bewegen. Stressarme Abläufe dienen dem Tierwohl und wirken sich direkt auf die Stabilität der Prozesse und die Effizienz aus.

Am Ende der Schlachtlinie werden die Rinderhälften mittels RFID eindeutig identifiziert. Die digitale Kennzeichnung ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sowie eine präzise Steuerung der weiteren Verarbeitungsschritte. Die Lagerung erfolgt über mehrere Temperaturzonen und ist auf eine schonende Abkühlung ausgelegt.

Integrierte Infrastruktur und automatisierter Gesamtstandort

Die im Schlachthof umgesetzten prozessualen und digitalen Elemente sind Teil eines umfassenderen Standortkonzepts, das Automatisierung nicht isoliert, sondern systemisch versteht.

Der Standort entspricht dem Minergie-Standard und ist in einen Wärmeverbund eingebunden. Abwärme wird genutzt, Abwässer zentral aufbereitet und Regen- sowie Kühlwasser für Reinigungsprozesse eingesetzt. Die Automatisierung ist damit nicht nur prozessual, sondern auch baulich und energetisch integriert.

Der Schlachthof ist funktional mit weiteren Betrieben am Standort verbunden, darunter Tiefkühl-Center, Slicer Center und Logistik-Center. Diese enge Verzahnung von Logistik und Kommissionierung ermöglicht kurze Bestell- und Lieferzyklen bis auf Filialebene. was der Vermeidung von Lebensmittelverlusten (Food Waste) dient. Die Automatisierung wirkt somit entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Schlachten bis zur Distribution.

 

Implikationen für Digitalisierung und Praxis

Das Beispiel Oensingen zeigt, dass Automatisierung im Agrar- und Ernährungssektor besonders dann wirksam ist, wenn sie als unterstützendes System verstanden wird. Tierwohl, Mitarbeitendenschutz, Prozessstabilität und Effizienz werden gemeinsam adressiert und nicht gegeneinander ausgespielt.

Weitere Einblicke zur Automatisierung, Prozessgestaltung und  Tierwohlintegration bieten der Geschäftsbericht der Bell Schweiz sowie Fachbeiträge aus Forschung und Praxis zur digitalen Lebensmittelverarbeitung.

Über den Absender

Der folgende Beitrag wurde auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen der Bell Schweiz erstellt und redaktionell eingeordnet. Die Bell Schweiz mit Sitz in Basel ist eine der führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeiterinnen Europas. Sie produziert Fleisch, Geflügel, Charcuterie und Frischeprodukte für Retail und Food Service und gehört mit 66,67 % der Aktien mehrheitlich zur Coop-Gruppe.

Nutzen für Praxis und Landwirtschaft

  • Tierwohl im Zentrum durch stressarme Tierführung, verhaltensbiologisch fundiertes Prozessdesign und ruhige, gleichmässige Abläufe

  • Ergonomische Entlastung der Mitarbeitenden durch gezielten Einsatz von Automatisierung bei körperlich belastenden Tätigkeiten

  • Stabile und reproduzierbare Prozesse mit hoher Prozesssicherheit und gleichbleibender Qualität

  • Digitale Rückverfolgbarkeit durch RFID als Grundlage für Transparenz und Vertrauen entlang der Wertschöpfungskette

  • Schaffung von Arbeitsplätzen trotz Automatisierung, aktuell rund 650 Beschäftigte, langfristig Ausbau auf etwa 1 000 Personen

→ Das Beispiel zeigt, wie Digitalisierung Tierwohl, Effizienz und attraktive Arbeitsbedingungen verbinden kann.

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Assoziative Wertschöpfungsketten: Wie Konsument:innen und Landwirt:innen gemeinsam die Zukunft der Landwirtschaft gestalten

Die Digitalisierung bietet der Landwirtschaft neue Chancen, um nachhaltiger und transparenter zu werden. Doch wie können wir sicherstellen, dass diese Transformation auch die Konsument:innen erreicht und ihr Kaufverhalten tatsächlich verändert? Das Projekt „Assoziative Wertschöpfungsketten – Der richtige Preis“ geht hier einen einzigartigen Weg: Es verbindet Konsument:innen und Landwirt:innen direkt im Verkaufsprozess und schafft so nicht nur mehr Transparenz, sondern auch eine emotionale Bindung zu den Produkten.

Die Einzigartigkeit: Integration in den Verkaufsprozess

Anders als bestehende Tools, die oft nur theoretische Informationen liefern, wird das Plugin direkt in den Verkaufsprozess integriert. Das bedeutet:

  • Konsument:innen treffen ihre Wahl im Moment des Kaufs: Sie können spielerisch und interaktiv die Produktionsbedingungen auswählen, die ihnen wichtig sind – sei es Tierwohl, Biodiversität, Klimaschutz oder soziale Faktoren wie die Entlöhnung der Landwirt:innen.
  • Der „richtige Preis“ wird sofort sichtbar: Sie sehen, wie viel ein Produkt tatsächlich kosten müsste, um diese Bedingungen zu erfüllen, inklusive der „wahren Kosten“ für die Gesellschaft.
  • Ein direkter finanzieller Impact für Landwirt:innen: Durch die Integration in den Verkaufsprozess entsteht ein Anreiz für Landwirt:innen, das Plugin zu nutzen, da es ihnen ermöglicht, ihre Leistungen fair zu vergüten.

Diese Einbindung in den Verkaufsprozess ist ein Alleinstellungsmerkmal des Projekts. Sie schafft nicht nur Transparenz, sondern auch eine emotionale Verbindung zwischen Konsument:innen und Landwirt:innen – und das genau im Moment, in dem die Kaufentscheidung fällt.

Forschung zum Kunden- und Zahlungsverhalten: Den Attitude-Behavior-Gap überwinden

Ein zentrales Problem in der Nachhaltigkeitsforschung ist die Attitude-Behavior-Gap: Viele Konsument:innen geben in Umfragen an, bereit zu sein, mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen – doch im tatsächlichen Kaufverhalten zeigt sich oft etwas anderes. Das Projekt schafft hier eine einzigartige Forschungsmöglichkeit:

  • Echtes Zahlungsverhalten messen: Durch die Integration in den Verkaufsprozess können präzise Daten darüber gesammelt werden, wie sich die Zahlungsbereitschaft der Konsument:innen verändert, nachdem sie die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen interaktiv erlebt haben.
  • Daten für Wissenschaft und Politik: Die gesammelten Daten bieten eine wertvolle Grundlage für die Forschung und können als Argumentationshilfe in politischen Prozessen und der Medienarbeit genutzt werden.
  • Ein modularer Ansatz: Das Plugin kann auch für Bildungsszwecke und Fairness-Ratings angepasst werden, was seine Anwendungsmöglichkeiten weiter erhöht.

Projektpartner und Datenquellen

Das Projekt wird vom confoedera Förderverein geleitet und in Zusammenarbeit mit Forschungspartnern wie dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL und dem True-Cost-CH-Konsortium, Projektpartnern wie Agrimetrix (Regionalwert-Leistungsrechner), Equal Profit und Faire Märkte Schweiz sowie mit vielen Vertriebspartnern und dem IT-Partner Panter und dem Kommunikationspartner diktum.ch umgesetzt.

Daten zu Effekten wie z.B. Preissteigerungen durch Produktionsverluste aufgrund umgesetzter Biodiversitäts-Fördermassnahmen werden vom FiBL (DOK-Versuch u.a.) in das Projekt eingebracht. Die resultierenden wahren/externen Kosten werden durch das True-Cost-CH-Konsortium berechnet. Schwierig wird es in der Schweiz jedoch, Daten zu den Kosten für die Aufwände von Fördermassnahmen für Biodiversität, Bodenfruchbarkeit usw. zu finden. Das Labourscope Tool von Agroscope müsste diese beinhalten – diese fehlen dort aber vorerst. Eine Chance dieses Projektes besteht deshalb darin, diese Daten gemeinsam zusammenzutragen, z.B. vom Leistungswertrechner (Agrimetrix), von Agroscope und evtl. sogar vom KTBL in Deutschland (die dazu viele Daten haben).

Über Confoedera

Der Confoedera Förderverein engagiert sich für faire, transparente und zukunftsfähige Wertschöpfungsketten im Agrar- und Ernährungsbereich. Mit Projekten an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Digitalisierung und Gesellschaft fördert der Verein neue Formen der Zusammenarbeit, eine nachvollziehbare Preisbildung und die sichtbare Abgeltung landwirtschaftlicher Leistungen.

Vorteile für Landwirte und Landwirtinnen

Faire Abgeltung sichtbar machen
Eigene Leistungen für Tierwohl, Biodiversität, Klima und soziale Standards werden direkt im Verkaufspreis transparent und honoriert.

Direkter finanzieller Mehrwert
Konsument:innen sehen den „richtigen Preis“ – das erhöht die Zahlungsbereitschaft für nachhaltig produzierte Produkte.

Mehr Verständnis bei Konsument:innen
Produktionsbedingungen und Aufwände werden nachvollziehbar erklärt – das stärkt Vertrauen und Wertschätzung.

Argumente für Politik und Gesellschaft
Reale Daten zum Zahlungsverhalten liefern eine fundierte Grundlage für agrarpolitische Diskussionen.

Mitgestaltung statt Vorgaben
Landwirt:innen sind Teil eines Projekts, das Daten, Preise und Nachhaltigkeitsleistungen gemeinsam weiterentwickelt.

Meta-Projekt und Feedback

Aus der breiten Zusammenarbeit mit den verschiedenen Projektpartnern – und damit “nicht noch ein weiteres Tool für das Gleiche” entwickelt wird – ist die Idee für ein übergeordnetes Meta-Projekt entstanden, zu welchem hier eine Übersicht angeschaut werden kann.

Das Meta-Projekt ist erst am Entstehen und Feedback dazu ist sehr willkommen. Geht das in die richtige Richtung und falls ja, wer sollte da noch hinzugefügt werden?

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Ensemble – Gemeinsam für die Zukunft der Schweizer Tierzucht

Ein Login statt vieler Portale: Mit «Ensemble» bündeln die Schweizer Zuchtorganisationen und Swissgenetics ihre Kräfte und entwickeln eine gemeinsame mobile Applikation für Rindviehbetriebe. Sie vereinfacht Zucht- und Tierhaltungsaufgaben spürbar.

Die Schweizer Landwirtschaft lebt von Vielfalt: unterschiedliche Rassen, vielfältige Betriebsformen und zahlreiche Organisationen, die sich für Zucht, Gesundheit und Leistung der Tiere einsetzen. Diese Vielfalt ist eine Stärke – sie führte in den letzten Jahren aber auch zu einer zunehmenden digitalen Zersplitterung.

Für das Herdenmanagement standen den Betrieben unter anderem die beiden Apps SmartCow und Holstein Mobile zur Verfügung. Eine im Rahmen der Datenintegration durchgeführte Situationsanalyse zeigte jedoch: Beide Applikationen nähern sich dem Ende ihres Lebenszyklus. Die zugrunde liegenden Technologien müssen erneuert werden – gleichzeitig gewinnt das Smartphone als zentrales Arbeitsinstrument im Stall immer stärker an Bedeutung. Eine moderne, mobile Lösung ist heute unverzichtbar.

«Ensemble»: gemeinsam statt nebeneinander

Aus dieser Ausgangslage heraus entstand das Projekt «Ensemble». Es ist das gemeinsame Vorhaben der Zuchtorganisationen und Swissgenetics – der Name ist Programm: Kräfte bündeln, um den Betrieben eine einzige, moderne und benutzerfreundliche Lösung bereitzustellen.

Im Zentrum steht eine neue mobile Applikation, die für alle gängigen Geräte geeignet ist und auf modernster Technologie basiert. Sie ersetzt künftig SmartCow und Holstein Mobile – getreu dem Motto: das Beste aus dem Bestehenden nehmen, um etwas noch Besseres daraus zu machen.

Ein Grundsatz stand von Beginn an fest: ein Zugang, eine Oberfläche, alle relevanten Daten. Statt parallel in mehreren Portalen zu arbeiten, reicht künftig ein Login, um Tierdaten, Stammbäume, Zuchtwerte oder Gesundheitsinformationen einzusehen und direkt mit den wichtigsten Services der beteiligten Organisationen zu arbeiten.

Auf Bewährtem aufbauen – und konsequent weiterdenken

«Ensemble» baut auf den Erfahrungen auf, welche die beteiligten Organisationen in den letzten Jahren mit bestehenden Anwendungen gesammelt haben. Diese werden nun zusammengeführt, technisch erneuert und konsequent auf die heutigen und künftigen Bedürfnisse der Praxis ausgerichtet – insbesondere auf die mobile Nutzung im Alltag der Rindviehbetriebe.

Starke Trägerschaft aus der Branche

Getragen wird das Projekt von Swissherdbook, Braunvieh Schweiz, Mutterkuh Schweiz, Holstein Switzerland und Swissgenetics. Gemeinsam entwickeln sie eine robuste, praxisnahe und zukunftsfähige Lösung für die Schweizer Tierzucht.

Einführung in Etappen

Die Einführung erfolgt schrittweise. 2025 startete eine Pilotphase mit ausgewählten Rindviehbetrieben. Ihre Rückmeldungen fliessen direkt in die Weiterentwicklung ein. Die Inbetriebnahme der neuen mobilen Applikation ist für Ende Juni 2026 vorgesehen. So bleibt genügend Zeit, um Stabilität, Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit sicherzustellen.

Mehr Übersicht, weniger Aufwand

Für die Betriebe bedeutet «Ensemble» vor allem eines: Vereinfachung. Weniger Logins, weniger parallele Systeme und mehr Übersicht im Alltag. Die App wird nach der Einführung laufend weiterentwickelt und ausgebaut.

Zum Schluss bleibt «Ensemble» das, was der Name verspricht: ein gemeinsames Projekt der Branche für die Branche. Es steht nicht nur für eine neue App, sondern auch für gelebte Zusammenarbeit in der Digitalisierung – zum Nutzen der Landwirtinnen und Landwirte, der Zucht und der gesamten Schweizer Landwirtschaft.

Über swissherdbook

Die Genossenschaft swissherdbook vertritt als grösster Rindviehzuchtverband in der Schweiz die Interessen von rund 8'000 aktiven Viehzüchtern und bietet diesen eine grosse Palette von Dienstleistungen an. Entstanden im Jahr 1890, ist swissherdbook heute ein Zusammenschluss von Genossenschaften und Vereinen.

Vorteile für Landwirte und Landwirtinnen

Ein Login statt vieler Apps
Alle wichtigen Tier- und Zuchtdaten zentral an einem Ort.

Mobil nutzbar im Stall und unterwegs
Optimiert fürs Smartphone, geräteunabhängig einsetzbar.

Weniger Aufwand im Alltag
Einheitliche Oberfläche statt paralleler Systeme.

Bewährtes, modern weiterentwickelt
SmartCow und Holstein Mobile gehen in einer neuen App auf.

Aus der Praxis für die Praxis
Betriebe gestalten die Lösung in der Pilotphase aktiv mit.


Wenn die Digitalisierung den Alltag von Einzelhändlern erleichtert

Mit der Anwendung "Sur Mesure" bietet der Grosshändler Cadar mehr als nur ein Bestelltool: eine echte digitale Plattform, die den Alltag von Lebensmitteleinzelhändlern erleichtern soll. Von der Produktauswahl bis hin zur Zentralisierung der Lieferanten, die digitale Innovation hält Einzug in die regionale Logistik.

“Sur Mesure” ist eine Anwendung, die von Cadar, einem Lebensmittelgrosshändler mit Sitz im Val-de-Travers, entwickelt wurde und ihm gehört. Sie bietet nicht nur Zugang zum Cadar-Sortiment, sondern auch zu einem breiten Angebot an frischen und tiefgekühlten Produkten sowie zu wichtigen Informationen und praktischen Ratschlägen, insbesondere in Bezug auf Verkauf und Marketing für das eigene Geschäft.

Die mobile Anwendung vereinfacht den Bestellprozess für Einzelhändler erheblich, indem sie direkten Zugang zu fast 13’000 Artikeln bietet, die Trocken-, Frisch- und Tiefkühlprodukte umfassen. Die Nutzer können die Produkte einfach registrieren, indem sie die Barcodes am Regal mit ihrem Smartphone scannen und sie dann wie in einer digitalen Einkaufsliste ohne zusätzliche Geräte bestellen.

Mit klaren Filtern – Neuheiten, Sonderangebote, regionale, saisonale oder biologische Produkte – ist die Navigation flüssig und die Auswahl der Produkte schnell getroffen. Alle Artikel sind über eine einheitliche Schnittstelle bestellbar, mit zuverlässigen und detaillierten Produktinformationen. “Sur Mesure” reduziert somit Anfragen, beschleunigt Prozesse und macht tägliche Bestellungen intuitiv und effizient, da mehrere Lieferanten zentralisiert werden.

Über Cadar

Cadar ist ein unabhängiger Lebensmittelgrosshändler mit Sitz in Fleurier (NE). Seit 1975 beliefert das Unternehmen unabhängige Einzelhandelsgeschäfte in der ganzen Schweiz mit einem Sortiment von über 4'500 Produkten, von Lebensmitteln bis hin zu Near-Food-Artikeln. Cadar setzt auf persönlichen Service, eine moderne Logistik von ca. 4'000 m² und hohe Flexibilität ohne vertragliche Bindung. Das Unternehmen ist seit 2017 Mitglied der Genossenschaft fenaco und unterstützt aktiv die Nähe und die Vitalität des lokalen Handels.

Um mehr über “Sur Mesure” zu erfahren, nehmen Sie an der nächsten Sitzung der “Innovationsgruppe Zukunftsgerichtete Landwirtschaft” teil. Die Veranstaltung bringt Vertreter des Agrarsektors, Projektträger, Industrie und Forschung zusammen, um sich über konkrete und innovative Ansätze für die regionale Logistik auszutauschen.

3. Treffen der Innovationsgruppe Zukunftsgerichtete Landwirtschaft Kanton Jura

Vorteile für Landwirte und Landwirtinnen

Erhöhte Sichtbarkeit regionaler Produkte
Dank der speziellen Filter (regionale Produkte, saisonale Produkte, Bio-Produkte) werden lokale landwirtschaftliche Produkte bei den Einzelhändlern besser sichtbar.

Erleichterter Zugang zum Einzelhandel
Die Anwendung bringt die Produzenten und Produzentinnen näher an die Verkaufsstellen, indem sie die Vertriebswege vereinfacht.

Vereinfachte Logistik
Eine einzige Schnittstelle für mehrere Lieferanten: Zeitersparnis und weniger Komplexität bei der Auftragsverwaltung.

Aufwertung von Bio- und Saisonprodukten
Intelligente Filter heben die Besonderheiten des nachhaltigen landwirtschaftlichen Angebots hervor.

Austausch über konkrete Lösungen
Treffen wie das der Innovationsgruppe Zukunftsgerichtete Landwirtschaft bieten einen günstigen Rahmen für den Austausch innovativer Ansätze im Bereich der territorialen Logistik.


Digitale Helfer in der Imkerei

Von Stockwaagen über smarte Apps bis hin zum neuen Chatbot des Bienengesundheitsdienstes – digitale Werkzeuge erleichtern Imkerinnen und Imkern die Arbeit, helfen beim Schutz der Bienenvölker und vereinfachen die Dokumentation. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute bereits praxistauglich im Einsatz.

So hat der Bienengesundheitsdienst (BGD) von apiservice seit kurzem einen eigenen Chatbot. Dieser ist unten rechts auf bienen.ch zu finden. Der Bot beantwortet imkerspezifische Fragen, die er aus autorisierten Quellen bezieht, und ist auch auf Französisch (abeilles.ch) sowie Italienisch (apicoltura.ch) verfügbar. Er antwortet entsprechend der schweizerischen Gesetzgebung sowie den Merkblättern und dem Betriebskonzept des BGD. Letzteres ist eine Planung der wichtigsten imkerlichen Arbeiten im Jahresverlauf. Das Konzept existiert als webbasiertes Online-Tool und ermöglicht das Zusammenstellen eines persönlichen Betriebskonzepts.

Über apisverice

Das Beratungs- und Kompetenzzentrum apiservice wurde Anfang 2013 als Tochter von apisuisse, dem Branchenverband der Schweizer Imkerinnen und Imker, gegründet. apiservice betreibt in erster Linie den Bienengesundheits­dienst (BGD), engagiert sich in der Bildung, führt die Fachstelle Zucht und unterstützt den Dachverband apisuisse in weiteren Belangen.

Beim Text und klein: Mit Anklicken dieses Icons auf bienen.ch können dem Chatbot Fragen zur Bienengesundheit gestellt werden.

Nach Einschätzung des BGD werden in der Schweiz aktuell zur Überwachung des Gewichts vor allem Stockwaagen (z. B. HiveWatch) oder zur Stockkartenführung Apps (z. B. BeeSmart) eingesetzt.

Die Waagen können dabei helfen, den Nektareintrag im Frühling oder den Futterbedarf im Herbst abzuschätzen. Zudem melden die meisten Geräte einen Schwarmabgang per SMS- oder Push-Benachrichtigung auf das Smartphone. Dadurch wird die Imkerschaft unterstützt, weniger Schwärme zu verlieren, da der Gewichtsverlust (z. B. 1,6 Kilogramm über 120 Sekunden) sofort detektiert und gemeldet wird.

Die Apps zur Stockkartenführung beinhalten individuelle Notizen zu den einzelnen Bienenvölkern, die je nach Anbieter per QR-Code identifiziert werden können. Weiterhin können sie dazu dienen, das gesetzlich vorgeschriebene Behandlungsjournal, die Bestandeskontrolle oder die Inventarliste der Tierarzneimittel zu führen.

Mikrofone, Temperatur-, Feuchtigkeits-, Frequenz- und Vibrationssensoren sowie Kameras zur Fluglochüberwachung sind derzeit noch Nischenprodukte. Ihr Nutzen ist aktuell gering, da für praxistaugliche Rückschlüsse meist eine fundierte, interpretierte Datengrundlage fehlt.

Ein im Januar 2025 in der Schweizerischen Bienen-Zeitung veröffentlichter Artikel befasst sich mit den Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Imkerei.

Zum Artikel

Zudem ist im September ein Beitrag zum BGD-Chatbot erschienen.

Zum Artikel

Nutzen für die Imkerinnen und Imker
Bienenstockwaagen

  • Nektareintrag & Futterbedarf überwachen
  • Automatische Schwarmmeldungen aufs Smartphone

Stockkarten-Apps

  • Notizen pro Volk digital erfassen
  • Behandlungsjournal & Inventar rechtssicher führen

BGD-Chatbot

  • 24/7 Fachwissen in DE/FR/IT
  • Antworten gemäss Schweizer Gesetzgebung & Merkblättern

Online-Betriebskonzept

  • Jahresplanung digital strukturieren
  • Persönliches Konzept individuell zusammenstellen

Sensoren & Kameras

  • Noch Nische, aber Potenzial für vertiefte Einblicke ins Bienenvolk

Warum Schweizer Landwirte digitale Technologien unterschiedlich annehmen

Die Akzeptanz zukünftiger digitaler Technologien in der Praxis hängt nicht nur von der Offenheit der Landwirtinnen und Landwirte gegenüber der Digitalisierung ab, sondern vor allem auch von konkreten, betriebsspezifischen Risiko-Nutzen-Bewertungen.

Digitale Technologien in der Landwirtschaft versprechen eine verbesserte Produktivität, Tierwohl und Nachhaltigkeit. Die Akzeptanz in den Schweizer Familienbetrieben ist jedoch nach wie vor uneinheitlich. Agroscope- und ETH-Forschende untersuchten, welche Faktoren die Einstellung und Akzeptanz von Landwirtinnen und Landwirten gegenüber zwei gegensätzlichen digitalen Technologien beeinflussen: virtuelle Zäune und autonome Hackroboter. 2021 wurde eine Befragung von 939 Schweizer Landwirten mit Ackerbau und Viehzucht durchgeführt.

Gründe für und gegen digitale Tools sind mannigfaltig

Die Akzeptanz der Schweizer Landwirtinnen und Landwirte für virtuelle Zäune und autonome Hackroboter, hängt sowohl von Alter, Bildung, digitaler Kompetenz sowie finanziellem Status ab.

Grössere Betriebe und solche mit höherer Personalkapazität sind offener für virtuelle Zäune, während vollautonome Hackroboter vor allem Landwirte mit höherem Bildungsstand ansprechen. Doch die Akzeptanz hängt nicht nur von der Einstellung gegenüber digitalen Technologien in der Landwirtschaft ab, sondern auch von den anwendungsspezifischen Bedürfnissen, so dass eine klare Nutzen-Risiko-Abwägung und eine massgeschneiderte Unterstützung entscheidend sind.

Politischer Spielraum

Die Studie zeigte, dass sich die Aneignung digitaler Fähigkeiten, Peer-Learning-Plattformen und Modellbetriebe eignen, um das Vertrauen in die digitalen Tools zu stärken und die Eintrittsbarrieren zu senken. Denn: Ein Haupthindernis ist die aktuell geringe digitale Kompetenz. Schulungsprogramme und gezielte digitale Weiterbildungsinitiativen könnten dem entgegenwirken. Ein weiteres Haupthindernis liesse sich durch die Einrichtung von Pilotbetrieben ausräumen, ergänzt durch Erfahrungsberichte von Gleichgesinnten, die Vertrauen schaffen und nachvollziehbare Erfahrungen bieten. Hier besteht Spielraum für die Akteure in der Landwirtschaftspolitik.

Vernetzte Landwirte sehen weniger Hemmnisse

Netzwerke von Landwirtinnen und Landwirten, die sich auf digitale Technologien konzentrieren und deren Inhalte und Austauschformate auf spezifische Instrumente und landwirtschaftliche Kontexte zugeschnitten sind, können Hemmnisse abzubauen.

Wichtig ist die Erkenntnis der Studie, dass eine Einheitsstrategie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Landwirtinnen und Landwirten nicht Rechnung trägt. Es braucht einen flexiblen technologie- und betriebsspezifischen Ansatz.

Fazit

  • Die Einstellung zu den beiden digitalen Technologien, virtuelle Zäune und autonome Hackroboter, wird durch jüngeres Alter, formale Bildung, positive Affinität zu Technologien, höhere digitale Kompetenz und sichere finanzielle Verhältnisse beeinflusst.
  • Die Akzeptanz virtueller Zäune wird von der Betriebsgrösse, der Personalkapazität, der Einstellung der Landwirte gegenüber digitalen Technologien in der Landwirtschaft, der digitalen Kompetenz und der Wahrnehmung von Risiko und Nutzen beeinflusst.
  • Die Akzeptanz von autonomen Hackrobotern wird von der Einstellung, dem Bildungsstand und der Risiko-Nutzen-Wahrnehmung beeinflusst. Betriebsgrösse und -struktur sind weniger relevant.
  • Die Akzeptanz digitaler Technologien hängt nicht nur von einer generellen Offenheit gegenüber der Digitalisierung ab, sondern vor allem auch von konkreten Risiko-Nutzen-Bewertungen, die für jede einzelne Technologie und Betrieb vorgenommen werden müssen.

Über die Autor:innen

Dr. Linda Reissig forscht an der ETH Zürich und bei Agroscope zu nachhaltigen und sozial verträglichen Transformationsprozessen im Agrar- und Ernährungssystem.

Prof. Dr. Michael Siegrist leitet an der ETH Zürich die Forschungsgruppe Konsumentenverhalten und untersucht, wie Vertrauen und Akzeptanz gegenüber neuen Technologien in der Lebensmittelproduktion entstehen.

Link zum Originalartikel

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Standards und Codelisten: Die unsichtbare Basis der digitalen Landwirtschaft

Die digitale Transformation des Schweizer Agrar- und Ernährungssektors ist in vollem Gange. Dabei gilt: Daten sind der Rohstoff – Standards, Kataloge und Codelisten sind das Werkzeug, um diesen Rohstoff nutzbar zu machen. Im 6. DigiSpot von DigiAgriFoodCH zeigte das Kompetenzzentrum für die digitale Transformation des BLW, warum diese Bausteine entscheidend für ein effizientes und zukunftsfähiges Datenmanagement sind.

Ein Datenkatalog ist ein zentrales Verzeichnis, das Metadaten zu vorhandenen Datenbeständen auffindbar und verständlich macht. Daten- und Schnittstellenstandards legen fest, in welcher Form Daten erfasst und ausgetauscht werden. Codelisten definieren eindeutige Codes (z. B. Sortenlisten und Direktzahlungskulturen, damit Systeme dieselbe Sprache sprechen.

Beispiel aus der Praxis: Ein Betrieb meldet den Anbau von Dinkel für Direktzahlungen. Wird hierfür der einheitliche EPPO-Code „TRZSP“ genutzt, verstehen alle angebundenen Systeme – von Kantonen bis zu Labelorganisationen – eindeutig, was gemeint ist.

Warum sind Standards so wichtig?

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Weniger Aufwand: Einmal eingegebene Daten können mehrfach genutzt werden (Once-Only-Prinzip).
  • Bessere Zusammenarbeit: Einheitliche Formate erleichtern den Datenaustausch zwischen Bund, Kantonen und privaten Akteuren.
  • Mehr Transparenz: Ein zentraler Katalog wie die Plattform I14Y macht Datenbestände und Schnittstellen sichtbar und maschinenlesbar .

Was bringt das Landwirtinnen und Landwirten konkret?

Für die Praxis bedeutet das: weniger Doppelarbeit und mehr Überblick.

  • Direktzahlungen einfacher abwickeln: Daten zu Kulturen oder Tieren müssen nur einmal erfasst werden, die Informationen fliessen automatisch zwischen Bund und Kantone.
  • Zugriffskontrolle: Labelorganisationen haben auf die Daten nur Zugriff, wenn die Landwirtinnen und Landwirte den Zugriff erteilen.
  • Bessere Planungsgrundlagen: Einheitliche Daten ermöglichen verlässliche Auswertungen – z. B. für die Betriebsoptimierung oder beim Vergleich mit Benchmarks.
  • Mehr Rechtssicherheit: Klare Standards helfen, dass Daten korrekt und nachvollziehbar an die Behörden übermittelt werden.

Herausforderungen – und wie sie gelöst werden

Standards zu schaffen ist komplex: Listen müssen harmonisiert, Datensätze gepflegt und Systeme miteinander verknüpft werden. Dies erfordert gemeinsame Arbeit von Verwaltung, Forschung und Praxis. Ein Beispiel dafür ist das Masterdatenkonzept des BLW und BLV, das Betriebsdaten entlang der Lebensmittelkette vereinheitlicht.

Fazit: Ein entscheidender Mehrwert

Landwirtinnen, Landwirte und Branchenakteure merken von dieser Arbeit im Alltag oft wenig – profitieren aber direkt: weniger doppelte Dateneingaben, klarere Informationen und verlässliche Systeme. So entsteht der „Mehrwert mit Daten“, den DigiAgriFoodCH verfolgt.

Diese Entwicklung steht erst am Anfang – der Mehrwert wird in den nächsten Jahren Schritt für Schritt wachsen.

Mehr Informationen zu DatenstandardsWeitere Informationen zur Interoperabilitätsplattform I14Y

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Effizienter Datenaustausch zwischen Milchviehzuchtverbänden und Melkrobotern

Die Digitalisierung hat längst Einzug in unsere Milchviehställe gehalten. Zahlreiche Daten werden heute digital erfasst, doch ihr volles Potenzial entfaltet sich erst, wenn sie intelligent vernetzt und sinnvoll genutzt werden. Entscheidend ist, daraus einen echten Mehrwert für unsere Milchviehhalter zu schaffen – sei es durch effizientere Betriebsabläufe, bessere Tiergesundheit oder nachhaltigere Produktion.

Swissherdbook und die Milchviehzuchtverbände bieten eine Vielzahl an wertvollen Dienstleistungen und stellen Züchtern Daten digital aus der Milchleistungsprüfung, dem Herdebuch sowie der Zuchtwertschätzung zur Verfügung – so aufbereitet, dass sie sich nahtlos ins Herdenmanagement integrieren lassen.

Bereits heute existieren zahlreiche Datenschnittstellen, etwa zu AGATE oder swissgenetics. Auch Melkroboter übernehmen längst mehr als nur das Melken: Ihre angeschlossenen Programme liefern wertvolle Informationen für das Herdenmanagement, darunter Daten von Bewegungssensoren oder Halsbändern.

Daher liegt es auf der Hand, Daten zwischen Milchviehverbänden und Melkrobotersystemen zu vernetzen, um den Arbeitsalltag der Tierhalter weiter zu erleichtern.

In einer ersten Projektphase wurde gemeinsam mit Lely Schweiz eine Datenschnittstelle entwickelt, die den Abruf der täglichen Milchmengen ermöglicht.

Warum ist das wichtig? Zum einen fliessen diese Daten in züchterische Auswertungen ein, zum anderen erleichtern sie die Milchkontrolle und tragen so zur Verbesserung der Datenqualität bei.

Im nächsten Schritt sollen Besamungsergebnisse und Trächtigkeitsbefunde (Fertalys) mit Lely ausgetauscht werden, um Mehrfacherfassungen zu vermeiden. Auch mit anderen Melkroboterherstellern wie DeLaval und GEA werden bereits Milchmengen ausgetauscht – weitere Datensätze sind in Planung.

Weitere Informationen

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Digitale Lösungen gegen Food Waste: Mit Daten zu mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomie

In der Schweiz fallen jedes Jahr rund 2,8 Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle an. Das hat nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt. Gerade in der Gastronomie bietet sich hier eine grosse Chance. Die Reduktion von Food Waste gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Massnahmen für mehr Nachhaltigkeit – und spart gleichzeitig Kosten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man weiss, wo und warum Verluste entstehen.

Bevor Massnahmen ergriffen werden können, braucht es Transparenz: Wo, wann und warum landen Lebensmittel im Abfall? Genau hier liegt eine Herausforderung, denn im hektischen Alltag vieler Küchen bleibt oft wenig Zeit, um solche Daten systematisch zu erfassen. Immer mehr Betriebe setzen deshalb auf digitale Unterstützung. Die verfügbaren Tools reichen von einfachen Apps bis hin zu KI-gestützten Systemen mit Bilderkennung. Eine besonders bewährte Lösung bietet der Verein United Against Waste (UAW) mit seinem Food Save Management (FSM).

Digitale Tools und menschliches Engagement

Im Zentrum der Methodik steht die «Waste Tracker» App, mit der Küchenmitarbeitende während einer vierwöchigen Messphase alle anfallenden Lebensmittelverluste erfassen – strukturiert nach Kategorien und Ursachen. Unterstützt wird der Prozess von erfahrenen Berater*innen von UAW, die gemeinsam mit dem Küchenteam die Daten analysieren und konkrete Massnahmen zur Reduktion entwickeln. In interaktiven Workshops lernen die Mitarbeitenden nicht nur den Umgang mit der App, sondern setzen sich auch aktiv mit den Ursachen und Lösungen von Food Waste auseinander. Ergänzt wird das Programm durch ein praxisnahes E-Learning-Modul. Das Zusammenspiel von digitalen Tools und persönlicher Begleitung fördert das Verständnis und die Motivation im Team und ist erfahrungsgemäss der Schlüssel für eine nachhaltige und langfristige Reduktion von Lebensmittelverlusten.

Nachhaltigkeit beginnt im Alltag

Das FSM zeigt exemplarisch, wie digitale Tools und menschliches Engagement Hand in Hand gehen können. Es braucht keine revolutionären Veränderungen – sondern praktikable Lösungen, die sich in den Betriebsalltag integrieren lassen. Denn am Ende sind es die Menschen in der Küche, die den Unterschied machen. Mit dem richtigen Werkzeug in der Hand wird nachhaltiges Handeln nicht nur möglich, sondern selbstverständlich.

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